Meine Alstroemeria Zuchtserien, eine kleine Ordnung im bunten Blütenchaos

Wer einmal mit Alstroemerien angefangen hat, weiß: Es bleibt selten bei einer Pflanze. Erst ist es nur eine hübsche Blüte. Dann entdeckt man noch eine andere Farbe. Danach eine kompakte Sorte für den Topf. Dann eine höhere fürs Beet und irgendwann sitzt man da, schaut auf seine Sammlung und stellt fest: Das ist kein Beet mehr, das ist eine kleine botanische Versammlung mit Namensschildchen.

Bei Alstroemerien gibt es nämlich nicht nur einzelne Sorten, sondern auch verschiedene Zuchtserien. Und genau diese Serien machen die Sache spannend. Manchmal aber auch leicht verwirrend. Denn nicht jede Sorte verrät sofort, zu welcher Serie sie gehört. Einige tragen den Seriennamen offen vor sich her, andere tun so, als hätten sie mit ihrer Verwandtschaft nichts zu tun. Typisch Familie eben.

Was sind Zuchtserien überhaupt?

Eine Zuchtserie ist im Grunde eine Gruppe von Sorten, die bestimmte gemeinsame Eigenschaften haben. Die Pflanzen wurden gezielt gezüchtet, damit sie zum Beispiel besonders kompakt wachsen, lange blühen, stabile Stiele bilden, für Töpfe geeignet sind oder im Beet ordentlich Eindruck machen.

Das ist für Sammler und Gartenmenschen ziemlich praktisch. Denn der Serienname kann schon verraten, ob eine Alstroemerie eher ein kleiner Topfkandidat ist oder ob sie sich im Beet zur sichtbaren Diva entwickeln möchte.

 


Duchesse d’Anjou

Die Duchesse d’Anjou Serie ist eine eigene Zuchtlinie. In meiner Sammlung gehört dazu:

  · Aliénor

Schon der Name klingt ein bisschen nach Schlossgarten, Spitzenhandschuhen und „Bitte den Tee im Porzellanservice“. Diese Serie hat für mich einen ganz eigenen Charme, weil sie sich deutlich von den bekannteren Linien wie Inca oder Inticancha abhebt.

Aliénor ist damit nicht einfach nur irgendeine Sorte, sondern Teil einer benannten Serie. Und genau das macht solche Pflanzen für Sammler natürlich noch interessanter.

Inca

Die Inca Serie ist ebenfalls sehr beliebt und umfasst viele Sorten, die sich gut für Garten und Kübel eignen. Sie sind meist kompakt bis mittelgroß und bringen kräftige Farben mit.

Zu meiner Sammlung gehören:

    • Fire
    • Flamingo
    • Goal
    • Husky
    • Noble
    • Ocean
    • Safari
    • Sweety
    • Vanilla

Die Inca Sorten sind für mich die solide Mittelklasse unter den Alstroemerien. Nicht winzig, nicht riesig, aber zuverlässig präsent. Manche wirken im Beet etwas schüchtern, andere machen gleich klar: Hier bin ich, bitte beachten.

Besonders spannend finde ich bei dieser Serie, dass sie farblich sehr vielseitig ist. Von kräftig bis zart ist alles dabei. Also genau die Sorte Pflanzenfamilie, bei der man eigentlich nur eine kaufen wollte und am Ende mit mehreren nach Hause kommt. Rein versehentlich natürlich.

 

Inticancha

Die Inticancha Serie gehört zu den eher kompakten Alstroemerien. Diese Sorten sind besonders beliebt für Töpfe, Kübel, Balkon, Terrasse und kleinere Beetbereiche. Sie bleiben meist handlich, blühen aber reich und ausdauernd.

Bei mir gehören dazu:

    • Bryce
    • Magic White
    • Maya
    • Moon
    • Paraiso
    • Sunstar

Inticancha Sorten sind so ein bisschen die fleißigen kleinen Dauerblüher. Sie brauchen keine riesige Bühne, machen aber trotzdem zuverlässig ordentlich Farbe. Ideal also für alle, die gerne Alstroemerien haben möchten, aber nicht gleich eine Pflanze brauchen, die sich benimmt wie ein Staudenbus mit Weltherrschaftsplänen.

Majestic

Die Majestic Serie gehört zu den kräftigeren, oft höheren Alstroemerien. Diese Sorten sind für Beete, größere Pflanzflächen und auch als Schnittblumen interessant. Sie bilden schöne, kräftige Pflanzen und wirken meist etwas imposanter als die kompakten Serien.

In meiner Sammlung sind:

    • Montsereau
    • Henri
    • Lire
    • Serannt

Majestic klingt schon nach Krone, Samtmantel und erhobenem Haupt. Und ganz ehrlich: Der Name passt. Diese Sorten wirken deutlich erwachsener und standfester. Sie sind nichts für die Kategorie „kleines süßes Töpfchen am Rand“, sondern eher für den Platz mit Ansage.

Gerade Henri gehört bei mir auch zu den Sorten, bei denen nicht nur die Blüte zählt. Das Laub hat ebenfalls seinen eigenen Reiz und genau solche Sorten machen eine Sammlung lebendiger.

Princess

Zur Princess Linie gehört bei mir:

    • Little Miss Zoe

Zumindest behauptet die Theorie, dass Little Miss Zoe kompakt, hübsch und durch ihre Blüten sowie das attraktive panaschierte Laub auffällt.

In meinem Garten sieht die Realität allerdings etwas anders aus.

Little Miss Zoe befindet sich zwar irgendwo im Beet, hat sich aber bisher konsequent geweigert, ihre angeblichen Vorzüge zu präsentieren. Blüten? Fehlanzeige. Üppiges Wachstum? Ebenfalls Fehlanzeige. Stattdessen führt sie seit geraumer Zeit das Leben einer sehr kleinen, sehr unauffälligen Alstroemerie.

Dünger wurde ausprobiert. Ein neuer Standort ebenfalls. Überredungsversuche und gutes Zureden blieben genauso erfolglos. Little Miss Zoe scheint fest entschlossen zu sein, als Miniaturausgabe ihrer selbst durchs Leben zu gehen.

Vielleicht überrascht sie mich eines Tages doch noch mit einer spektakulären Blüte. Bis dahin bleibt sie für mich eher ein botanisches Mysterium als eine Werbeträgerin ihrer Zuchtserie.

Aus diesem Grund wird Little Miss Zoe vermutlich auch die einzige Vertreterin der Princess Serie in meiner Sammlung bleiben. Man muss schließlich nicht jede Erfahrung mehrfach machen.

 

 

 

 

 

 

Summer Paradise®

Die Summer Paradise Serie gehört zu den kräftigeren Gartenalstroemerien. Diese Sorten sind oft höher, robuster und für das Beet besonders interessant. Sie können mit der Zeit schöne Horste bilden und sind ideal, wenn man im Garten mehr Höhe und Struktur haben möchte.

Bei mir gehören dazu:

    • River Valley
    • Spring Valley
    • Times Valley

Außerdem werden auch Sorten wie Indian Summer, Summer Breeze, Summer Chic und Wild Valley häufig im Zusammenhang mit dieser hohen Gartenklasse genannt. Bei solchen Sorten lohnt sich aber immer ein Blick auf das Originaletikett oder die Händlerangaben, denn bei Alstroemerien wird leider nicht immer alles einheitlich benannt.

Summer Paradise Sorten sind für mich die Kandidaten mit Auftritt. Die stehen nicht einfach nur herum, die möchten gesehen werden. Genau solche Alstroemerien sind im Beet besonders wertvoll, weil sie nicht sofort zwischen anderen Stauden verschwinden.

River Valley ist bei mir natürlich wegen des panaschierten Laubs besonders spannend. Diese Sorte sieht schon interessant aus, bevor sie überhaupt blüht. Und das ist bei Alstroemerien ein echter Pluspunkt.

 

Eigenständige Sorten und besondere Kandidaten

Nicht jede Alstroemerie gehört eindeutig zu einer bekannten Serie. Manche Sorten stehen eher für sich selbst oder werden als geschützte Sorte beziehungsweise Marke geführt.

Ein gutes Beispiel ist:

    • Rock & Roll®

Rock & Roll® ist für mich sowieso eine Kategorie für sich. Schon allein wegen des panaschierten Laubs. Diese Pflanze braucht keine Blüten, um aufzufallen. Sie steht da und sagt: Ich bin Dekoration genug.

Die cremeweißen und grünen Blätter machen sie zu einer echten Zierblatt Alstroemerie mit Bonusblüten. Während andere Pflanzen außerhalb der Blütezeit eher unauffällig werden, bleibt Rock & Roll® die ganze Saison interessant.

Und mal ehrlich: Eine Pflanze mit diesem Namen würde sich vermutlich sowieso weigern, brav in irgendeiner Schublade zu sitzen.

 

 

 

 

Warum die Serien für meine Sammlung wichtig sind

Früher habe ich hauptsächlich nach Blütenfarbe gekauft. Hübsch? Kommt mit. Selten? Kommt erst recht mit. Panaschiertes Laub? Sofort einpacken, keine weiteren Fragen.

Inzwischen schaue ich aber genauer hin. Die Serie verrät oft, was ich von einer Pflanze erwarten kann. Wird sie eher kompakt? Eignet sie sich für den Topf? Braucht sie mehr Platz? Könnte sie im Beet untergehen? Oder ist sie eine von denen, die irgendwann stolz über den Nachbarn stehen und so tun, als hätte ihnen schon immer alles gehört?

Gerade bei mir ist das wichtig, weil manche Sorten im Beet einfach verschwinden. Nicht tot, nicht weg, aber irgendwo zwischen anderen Pflanzen untergetaucht wie ein sehr gut getarnter Gartenagent.

Deshalb kommen manche Sorten inzwischen lieber in den Topf. Dort haben sie ihre eigene Bühne und müssen sich nicht gegen die gesamte Beetnachbarschaft durchsetzen.

Mein persönliches Fazit

Alstroemerien sind viel mehr als nur bunte Blüten. Je länger man sich mit ihnen beschäftigt, desto mehr entdeckt man: Serien, Wuchsformen, Laubfarben, Höhenunterschiede, Besonderheiten und kleine Eigenheiten.

Die Zuchtserien helfen dabei, ein bisschen Ordnung in dieses schöne Chaos zu bringen. Inticancha bleibt eher kompakt. Inca ist vielseitig und gartentauglich. Summer Paradise möchte mehr Raum und Höhe. Majestic macht ihrem Namen alle Ehre. Duchesse d’Anjou bringt französischen Seriencharme ins Beet. Princess bleibt eher klein, aber keineswegs langweilig. Und Rock & Roll® spielt sowieso ihre eigene Musik.

Meine Sammlung ist dadurch nicht nur eine Ansammlung hübscher Pflanzen, sondern fast schon eine kleine Alstroemeria Bibliothek. Jede Sorte hat ihren Platz, ihre Eigenart und ihre kleine Geschichte.

Und ja, natürlich ist das alles reine Recherche. Wissenschaftlich. Gärtnerisch notwendig. Absolut vernünftig.

Zumindest rede ich mir das sehr überzeugend ein, während schon wieder irgendwo ein Pflanzentopf verdächtig leer aussieht.

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